Klaus-Wildenhahn-Retrospektive





Die Kunst des kühnen Blicks

Klaus-Wildenhahn-Retrospektive

 

Klaus Wildenhahn ist ein Grenzgänger des dokumentarischen Mediums.

Sein Blick in die Wirklichkeit geht über das im Fernsehen Mögliche hinaus ins Kino – ein kühner Blick … vorgestellt in sechs Filmen.

 

Klaus Wildenhahn will zu allen Vorstellungen anwesend sein.

 

Der 1930 in Bonn gebürtige Künstler lebt seit 50 Jahren in Hamburg.

 

Die dokumentarfilmwoche hamburg richtet den ersten Teil einer Retrospektive mit sechs Vorstellungen aus, kuratiert von Rasmus Gerlach.

 

Klaus Wildenhahn ist mit seiner Schule der geduldigen Beobachtung eine zentrale Figur für den deutschen Dokumentarfilm. Er beginnt 1959 als Regieassistent beim NDR, zuerst in der „Fernsehlotterie“. 1960 bis 1964 in der Abteilung „Zeitgeschehen“ (Panorama-Redaktion). Seit 1964 in der Abteilung „Fernsehspiel“ als fest angestellter Dokumentarfilmer. 1968 bis 1972 Regie-Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB).

 

Filmtheorie ist für Wildenhahn ein Bestandteil von Gesellschaftskritik: So kritisiert er die kapitalistische Gesellschaft, in der die Arbeiterklasse aus den Medien ausgeschlossen werde und definiert den Dokumentarfilm als Arbeit bzw. Handwerk mit dem Ziel, die Arbeit von der Herrschaft des Kapitals zu befreien – der Dokumentarfilm soll die Beherrschten vertreten und der gesellschaftlichen Information und Diskussion dienen. Wildenhahn knüpft nicht nur an internationale Strömungen wie Free Cinema, Direct Cinema und Cinéma Vérite, sondern auch an historische Traditionen des Dokumentarfilms an, die in Deutschland durch den Faschismus unterbrochen und verdrängt worden waren: an proletarische und experimentelle Filme der Weimarer Republik (Phil Jutzi, Slatan Dudow u. a.) ebenso wie an internationale revolutionäre und sozialistische Traditionen von Dziga Vertov und Sergej Eisenstein, über Joris Ivens bis zur britischen Dokumentarfilmbewegung.

 



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