Horizont: Die Weite des Erzählens

 

Wo der Blick endet, fängt die Arbeit des Dokumentarfilms an. Er erweitert unseren Gesichtskreis in Regionen, die uns bislang kaum oder nicht bekannt waren. Im besten Fall. Die sechs Filme in der Sektion Horizont tun das. Sie führen uns weg vom Verbrieften und verblüffen und verzaubern uns. Wie Stanislaw Mucha mit seiner Expedition in die Abgründe des Dracula-Kults oder Jacqueline Zünds Reise durch die Nacht der Schlaflosen. Oder wie die anderen Filme, die von neuen Horizonten handeln (»Hüllen«) oder einem Übermaß an alten (»Auf Teufel komm raus«), nicht für möglich gehaltene Dimensionen der Zerstörung aufzeigen (»Yellow Cake«) oder sich an die Fersen eines Verlegers setzen, dessen innere und äußere Welt sich in ständiger Bewegung befindet (»How to Make a Book with Steidl«).

 

Der Weite des Blicks entspricht die Weite des Erzählens. Selbstbewusst eignen sich die Filme die Wirklichkeit an, machen sie erzählbar und scheuen sich nicht davor, große und kleine Abenteuer zu sein.

 

 

Filmauswahl: Ulrike Paul, Mark Stöhr, Rainer Krisp

 



© 2011 dokumentarfilmwoche hamburg | Impressum