So 15.4. | 19.30 Uhr | 3001


Revision

Philip Scheffner, D 2012, 106 Min.

 

Wer erzählt die Geschichte und aus welcher Perspektive wird sie erzählt?

Ein Mähdrescher erntet ein Maisfeld in der Gegenwart. 20 Jahre zuvor, am frühen Morgen des 29. Juni 1992, wurden die rumänischen Staatsbürger Grigore Velcu und Eudache Calderar auf einem Feld in Mecklenburg-Vorpommern in unmittelbarer Nähe der deutsch-polnischen Grenze erschossen. Angeblich hatten zwei Jäger die beiden in der Morgendämmerung mit Wildschweinen verwechselt. Eine Tat, die zu vielen Anfängen führt.

Der zumeist juristisch verwendete Begriff der Revision wird hier in einen filmischen, Repräsentationsroutinenunterlaufenden Vorgang umgewandelt, der die gesellschaftspolitischen Hintergründe und strukturellen Schwächen staatlicher Institutionen offenlegt. Revision verschränkt durch seine polyphone Erzählung, in der sich Orte, Personen, Erinnerungen und Versionen überlagern, eine nicht abgeschlossene Vergangenheit mit einer Gegenwart, die sich dem Schweigen und Verdrängen verschrieben hat.

 

Zu Gast: Volker Zeigermann (Ton) und Gica (Eduard Georgel Caldararu/Übersetzer)

 

Hamburg-Premiere

 

Website des Films

 

Interview mit Philip Scheffner auf „dradio“

 

„taz“-Artikel zum Film



© 2012 dokumentarfilmwoche hamburg | Impressum