So 12.4. | 21 Uhr | Metropolis


The Iron Ministry

J.P. Sniadecki, USA/CHN 2014, 82 min, OmeU

 

Einer alten tibetischen Sage zufolge wird die

Erschließung Chinas von eisernen Drachen vorangetrieben. Für »The Iron Ministry« ritt J.P. Sniadecki in den Eingeweiden eines solchen Drachen mit, um den Zuschauer*innen Einblicke in einen erstaunlichen Mikrokosmos zu eröffnen.

Der Magen des Drachen bleibt zunächst im Dunkeln. Zu hören ist nur das mechanische Rattern des Zuges, die sich öffnende Bildebene bringt nur Unschärfen hervor. Langsam entsteht aus dieser Diffusion das Bild aus dem Inneren eines Zuges, der durch unbestimmte Landschaften rauscht. Mit dem Sounddesign von Ernst Karel entwickelt der Film einen audiovisuellen Sog, der erst mit dem Abspann wieder abklingt. Mit seiner strengen Ästhetik schafft es Sniadecki, das Äußere auszublenden und aus den Begegnungen in den Abteilen ein Gesellschaftsbild zu zeichnen, in dem aktuelle gesellschaftliche und politische Probleme eines Landes sichtbar werden. Wohin Chinas Reise geht, bleibt am Ende im Dunkeln.

 

Deutschland-Premiere

 

Filmwebsite

 

 

THE IRON MINISTRY trailer 1 from J.P. Sniadecki on Vimeo.



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