Unformatiert: Wahrnehmung und Widerstand

Unformatiert begreift den Film als nicht zu Ende gedachte, sich entwickelnde Kunstform und beschäftigt sich mit den Grenzbereichen des Dokumentarischen in Form und Inhalt. Einige der Filme dieser Sektion befassen sich mit geisterhaften, ephemeren Erscheinungen, die auf das immaterielle Wesen der Filmprojektion verweisen (»Heimsuchung«, »Riding My Tiger«, »Sag mir Mnemosyne«). Experimentelle Essays mit unbequemen Ansichten finden hier ebenso ein Forum wie das Sperrige und Widerständige, sprich Marktunkonforme (»Die Präsenz Gottes in einer falsch eingerichteten Gegenwart«, »Fahrt ans Ende der Nacht«). In langen Einstellungen werden Topografien und Momente erfahrbar gemacht (»Double Dawn«, »Storm Children – Book One«, »Orbitalna«). Anderswo steht das Durchdringen des dokumentarischen Materials und seiner Inszenierung im Vordergrund (»Buffalo Juggalos«, »Autumn«). Stellvertretend für diese Form der Kinematografie könnte man die in Stephan Hayns Film »S T R A U B« verhandelten Jean-Marie Straub/Danièle Huillet begreifen.

 

Filmauswahl: Thorkil Asmussen, Lili Hartwig,

Bernd Schoch



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