Wettbewerb »direkt«: Rekonstruktion

Die Rekonstruktion ist der Vorgang des neuerlichen Erstellens oder Nachvollziehens von etwas mehr oder weniger nicht mehr Existierendem oder Unbekanntem. Beim Rekonstruieren ist es unabdingbar, sich an erhaltenen Fragmenten, Quellen oder auch nur Indizien zu orientieren. Aufgrund der Menge und Qualität der Annahmen hat eine Rekonstruktion immer hypothetischen Charakter.

 

Rekonstruktion kann in diesem Jahr eine Perspektive auf die Filme im Wettbewerb »direkt« sein. Der Dokumentarfilm – insbesondere jener, der als politisch wahrgenommen wird – wird oftmals auf seine Inhalte reduziert. Selten erfahren seine Formen besondere Aufmerksamkeit. Im Wettbewerb »direkt« wollen wir den Blick für die formalen Aspekte des Dokumentarischen schärfen und im Hinblick auf eine Politik der dokumentarischen Ästhetik verhandeln.

 

Schon die Auswahl der Filme bot viel Stoff für Diskussion, und wir hoffen, die aufgeworfenen Fragen und Streitpunkte mit den geladenen Filmemachern und Gästen weiter zu vertiefen: Wir haben Filme ausgewählt, die die Sehgewohnheiten ebenso hinterfragen wie die dargestellten Inhalte.

 

Filmauswahl: Julia Berg, Julia Cöllen, Rasmus Gerlach

 

Der mit 3000 Euro dotierte Klaus-Wildenhahn-Preis ist gestiftet von der Landeszentrale für politische Bildung, der wir an dieser Stelle herzlich dafür danken.

 

Über die Vergabe entscheidet 2013 die folgende Jury:

Dr. Rita Bake (Historikerin, Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg)

Christian von Borries (Preisträger 2012)

Katharina Pethke (Dokumentarfilmerin und Professorin HfbK, Hamburg)

 



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