
Do 12.4. | 22 Uhr | B-Movie
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Nichts für die Ewigkeit
Britta Wandaogo, D 2011, 81 Min.
Eine Schwester filmt, was sie liebt: ihren Bruder. Sie teilen eine Wohnung, necken und streiten sich. In »Nichts für die Ewigkeit« begleitete Britta Wandaogo eine große Liebe, in ihren Höhen, schnell aber vor allem in ihren Tiefen. Die Heroinabhängigkeit des Bruders bestimmt bald Leben und Film.
Über zwölf Jahre nimmt sie den ständigen Kampf und das stete Verlieren auf. Die vor allem gegen sich selbst schonungslose Nähe der Regisseurin zu ihrem Protagonisten zwingt auch den Zuschauer zur Aufgabe seiner sicheren Distanz. Er wird mitgerissen in einen emotionalen Abwärtsstrudel, der ihn mit teils unangenehm fesselnder Intensität an den Rand des Erträglichen spült.
Doch gerade durch das Überschreiten der Grenzen dessen, was Filme ihren Zuschauern normalerweise zumuten, macht »Nichts für die Ewigkeit« die Erfahrung eines Lebens mit einem Suchtkranken auf eine außergewöhnlich direkte und basale Art spür- und greifbar.
Gast: Britta Wandaogo
Hamburg-Premiere
Filmkritik von Michael Sennhauser