Dienstag 29.04. 20:30 3001-Kino


Kinder. Wie die Zeit vergeht

Thomas Heise

D 2008, 90min.

 

Die Spuren der Geschichte in den Lebenswegen einer Familie: Was wird aus dem Traum der Busfahrerin Jeanette? Was machen ihre Kinder Tommy und Paul? Ist das Leben jetzt im Griff? Was meint Jeanettes kleiner Bruder Tino mit "Durcheinander"? Der Schneemann hat keinen Mund. Aus dem laufenden Leben. Eine Beunruhigung. KINDER. WIE DIE ZEIT VERGEHT. ist nach "STAU - jetzt geht's los" und "NEUSTADT (Stau - der Stand der Dinge)" Thomas Heises dritter Film über Menschen aus der Industrielandschaft Sachsen - Anhalts und Sachsen im wiedervereinigten Deutschland.

 

Statement des Regisseurs:

 

Wie lebt man?

Auf einem der weißen Kerosintanks des riesigen, weitgehend menschenleeren Geländes der neuen Raffinerie steht in großen Lettern das Wort TOTAL.

Hinter jedem der nächtlich erleuchteten Fenster eines Wohnblocks des nahen Halle - Neustadt kann man Menschen bei ihren Verrichtungen sehn. Einer der Menschen ist Jeanette.

Sie ist vierundzwanzig Jahre alt, arbeitslos in Umschulung, allein.

Ihre Kinder Tommy (8) und Paul (3) schlafen nebenan.

Jeanette betrachtet Fotos ihrer Kinder.

Jeanette hat einen Traum. Busfahrerin werden.

 

Zukunft ist jetzt Gegenwart.

Jeanette hat ein drittes Kind, Annabelle, und ist mit Guido zusammen.

Jeanette und Guido fahren Bus. Tommy ist fünfzehn. So alt wie seine Mutter, als sie mit ihm schwanger wurde, in der siebenten Klasse, im neunten Schuljahr. Er sitzt im Klassenraum vor seinem Lehrer. Er will einen Antrag auf Verlängerung seiner Schulzeit stellen.

Er weiß nicht, warum: „Ich denk mir was aus.“

 

Jeanettes Mutter Ingrid ist Hausfrau, ihr Vater Heinz arbeitet im Vierschichtdienst auf dem Gelände der Raffinerie. Jetzt sind Jeanette, seine Tochter und vier seiner Söhne aus dem Haus. Tino (18), der jüngste, wohnt noch Zuhause. Vater und Sohn sprechen nicht miteinander. Tino ist in der Lehre zum Fachlageristen und will ein Nazi sein. Tino will verstanden werden.

Tino und Tommy feiern Silvester.

 

Paul (10), Jeanettes zweiter Sohn erhält seine Bildungsempfehlung.

Er könnte aufs Gymnasium, will aber nicht.

Er schießt ein Tor gegen den Sportverein mit dem alten Namen SC LEUNA, jetzt TOTAL. Jeanette fährt durch die Landschaft.



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